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Eiserner Vorhang. Tödliche Fluchten und Rechtsbeugung gegen Ausreisewillige und Flüchtlinge

Mehr als vier Millionen Menschen verließen zwischen 1949 und 1989 die DDR, weil sie mit den politischen Verhältnissen und den Lebensbedingungen in dem SED-Staat nicht einverstanden waren. Die SED als herrschende Partei unternahm alles für sie Machbare, um die Menschen im Land zu halten bzw. Fluchten zu verhindern. Dabei nahm sie den Tod von Menschen bei Fluchtversuchen über die innerdeutsche Grenze bewusst in Kauf. Doch auch Fluchtversuche über die Grenzen anderer Ostblockstaaten sowie über die Ostsee endeten oftmals tödlich.

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Aufklärung über Todesfälle von DDR-Bürgern bei Fluchtversuchen über Ostblockstaaten und über die Ostsee sowie die Funktion des DDR-Justizministeriums im SED-Staat und die Willkürjustiz gegen Ausreisewillige und Flüchtlinge zu erforschen. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in zwei biografischen Handbüchern und einer Monografie veröffentlicht.

Seit Oktober 2020 können die Biografien der Opfer des Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze in einem Biografischen Online-Handbuch eingesehen werden. Bis 2022 werden die Biografien der Todesopfer hinzugefügt, die bei Fluchtversuchen in der Ostsee und in den mit der DDR verbündeten Staaten starben. Die in dem Online-Handbuch dokumentierten Lebensgeschichten und Todesumstände werden mit Ausschnitten aus Videos-Interviews ergänzt, die mit Angehörigen der Todesopfer und anderen in die Ereignisse involvierten Personen geführt wurden. Zudem sind ein Interview-Archiv und eine Online-Lernplattform geplant.

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