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Das Forschungskonsortium "Eiserner Vorhang"

Der Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin untersucht gemeinsam mit den Universitäten Greifswald und Potsdam Todesfälle von DDR-Bürgern bei Fluchtversuchen über Ostblockstaaten und über die Ostsee sowie die Rechtsbeugung des DDR-Justizministeriums gegen Ausreisewillige. Die Forschungsteams der drei Universitäten wenden sich den Schicksalen von Menschen zu, die den gefährlichen Weg aus der SED-Diktatur in die Freiheit wagten und dafür ihr Leben oder langjährige Haftstrafen riskierten. Die Biografien der in Berlin und an der innerdeutschen Grenze ums Leben gekommenen Flüchtlinge sind umfangreich dokumentiert. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Forschungskonsortium der drei Universitäten schließt eine Forschungslücke, indem es Todesfälle von DDR-Bürgern bei Fluchtversuchen über Ostblockstaaten und über die Ostsee sowie die Funktion des DDR-Justizministeriums im SED-Staat und die Willkürjustiz gegen Ausreisewillige und Flüchtlinge untersucht.

Das Forschungskonsortium setzt sich aus drei Teilprojekten zusammen, für die jeweils eine der drei Universitäten zuständig ist:

Die drei Teilprojekte sind auf vier Jahre angelegt. Sie werden die Ergebnisse ihrer Untersuchungen in zwei biografischen Handbüchern zu den bei Fluchtversuchen über osteuropäische Staaten und die Ostsee ums Leben gekommenen DDR-Bürger veröffentlichen, sowie in einer Monografie über das DDR-Justizministerium und justizielle Willkürmaßnahmen gegen Ausreisewillige und DDR-Bürger, deren Fluchtversuche gescheitert sind. Das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Universitätsbibliothek an der Freien Universität Berlin wird Zeitzeugeninterviews führen sowie und Forschungsergebnisse der drei Teilprojekte auf mehreren Online-Plattformen für die politische Bildung zur Aufklärungsarbeit über das geteilte Deutschland und die SED-Diktatur aufbereiten. Im Konkreten wurde dabei bereits eine Online-Version der beiden biografischen Handbücher entwickelt. Ein Interview-Archiv sowie eine Online-Lernplattform sind noch in Planung. Mit mehreren Grenzlandmuseen und Erinnerungsstätten ist dazu eine Zusammenarbeit vereinbart.

Die Verbundforschung der drei Universitäten wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund drei Millionen Euro gefördert. Das BMBF hat in einem wettbewerblichen Verfahren aus über 100 Bewerbungen 14 Forschungskonsortien ausgewählt, die in den nächsten vier Jahren mit einer Fördersumme von 40 Millionen Euro unterstützt werden, um eine stärkere Verankerung der DDR-Forschung in der deutschen Hochschul- und Forschungslandschaft zu garantieren.

Kontakt: eiserner-vorhang@campus.fu-berlin.de